Die Vermessung der Dinge. Geometrische-mimetische Aspekte in Erwin Heerichs Werk
in: Erwin Heerich, Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung, Düsseldorf 2007
Erwin Heerich besaß eine Sammlung von Versteinerungen, Schneckenhäusern und Pyrithen. Er verwahrte Fruchtständer tropischer Pflanzen und Humpty-Dumpyties, englische Spielzeugtiere, sowie Scharniere oder eine grosse Glühbirne, um das Zusammenspiel von Natur- und Kunstform zu studieren und exemplarisch belegbar zu machen. Die Gegenstände dienten einer Schule des Sehens und wurden aus die-sem Grund in seine Sammlung integriert, die wie ein Labor aktiv genutzt wurde. Dabei fällt auf, dass viele dieser Dinge eine Art Symmetrie beinhalteten und/oder sich in ein geometrisches Gefüge ein-ordnen ließen. „Die Geometrie ist nicht in der Wissenschaft erfunden“1 verkündete Heerich im Jahr 1999. Dieser Ausspruch mag in Bezug auf seine Sammlung von Pyrithen nicht verwundern, denn sie zeigen, dass geometrische Körper als Kristallines in der Natur zu finden sind und nicht erst in den mathematischen Aufzeichnungen der Antike. Erwin Heerich verfolgte ‚sein Credo‘2 von Beginn seiner Laufbahn als Künstler. Geometrische und mimetische Aspekte zeigen sich seitdem in seinem Werk.



